Pflanzentauschtag

Die ersten herbstlichen Aktionen des Gartenbauvereins begannen mit dem Pflanzentauschtag, an dem viele Gartler gern teilnehmen. So werden doch immer wieder nicht nur Pflanzen, die die Beete überwuchern abgestochen und gebracht, sondern dann doch wieder andere Pflanzen mitgenommen, obwohl der Garten doch eigentlich schon voll ist! Es ist doch immer wieder schön, wenn man etwas Neues in seinen Garten setzen kann.

Herbstversammlung

Die Herbstversammlung des Gartenbauvereins Siegsdorf fand im liebevoll geschmückten evangelischen Gemeindehaus statt. Ein Schubkarren voller Blumen begrüßte die Besucher der Versammlung. Mit großer Spannung wurde der Vortrag „Garten und Wetter – Zeichen der Natur erkennen“ von Michael Luckas erwartet. An vielen Beispielen, beginnend bei alten Bauernregeln und Lostagen über das Verhalten von Pflanzen und Tieren bis zu Wolkenformationen - alles mit traumhaften Bildern untermalt – machte Michael Luckas deutlich, dass zur kurzfristigen Wettervorhersage keine Hightech notwendig ist. Erfahrung und Wissen überliefern sich in den alten Bauernregeln, die Teil unserer Kulturgeschichte sind! Generationen von Landwirten und Gärtnern haben alleine durch kundige Beobachtung der Natur ein immenses Wissen zusammengetragen. Dabei gibt es sogenannte Lostage, feststehende Tage im Kalender, die nach altem Volksglauben Vorhersagen über die Wetterverhältnisse der folgenden Wochen und Monate ermöglichen, den günstigsten Zeitpunkt verschiedener landwirtschaftlicher Tätigkeiten bestimmen oder Prognosen über die Ernte erlauben.

Ein Bauernspruch betont: "Dreht die Kuh mit dem Schwanz sich von Osten nach Westen, entwickelt das Wetter sich nicht zum Besten". Hinter dieser Regel steckt viel Wahrheit und Weisheit. Oft sieht man weidende Rinder mit gleicher Richtungsorientierung auf einer Koppel stehen. Mit gutem Grund, denn instinktiv stellen sich die Tiere beim Fressen und Wiederkäuen mit dem Schwanz in die Richtung, aus welcher der Wind weht. Dass der „Altweibersommer“ nichts mit alten Weibern zu tun hat, erklärte Michael Luckas auch: Der Ursprung der Bezeichnung führt weit in die Vergangenheit, in die germanische Mythologie. Mit weiben wurde im Altdeutschen das Knüpfen von Spinnweben bezeichnet. An Septembertagen mit sonnigem Wetter kühlt es sich in klaren Nächten stark ab, so dass in den Morgenstunden durch den Tau die Spinnweben deutlich zu sehen sind und im Sonnenlicht glitzern.

Aber dennoch bleibt die Frage „Wie wird das Wetter am Wochenende und – die jährliche Frage – gibt es weiße Weihnachten?“ auf die aber Michael Luckas auch keine Antworten wusste.

Die Vorsitzende gab noch einen kurzen Ausblick auf die nächsten Aktivitäten. Der Ausflug soll nach Thalmässing zu „Bärbel Gärten“ gehen. Barbara Krasemann hat binnen 22 Jahren aus 8500 Quadratmeter Wiese einen Botanischen Privatgarten mit 14 Themenräumen angelegt. Seit gut zwei Jahren interessiert sich das Bayerische Fernsehen immer wieder für die Anlage und Querbeet hat auch schon öfter in Bärbels Gärten gedreht. Am 28. Juni 2014 wird der Gartenbauverein Siegsdorf zu Gast in Bärbels Gärten sein!

Springkrautaktionen

Der Gartenbauverein initiierte eine Aktion zur Bekämpfung des Indischen Springkrauts, die von der Gemeinde Siegsdorfunterstützt wurde. Gemeinsam sollte gegen den Eindringling vorgegangen werden. Durch konsequentes Ausreißen oder Abmähen lässt sich die Verbreitung des Indischen Springkrauts eindämmen. In Anbetracht der großen Menge Springkraut, die im Gemeindegebiet Siegsdorf wächst, war die Schar der Springkrautbekämpfer relativ überschaubar. Aber unverdrossen wurde ausgeschwärmt und das Springkraut ausgerissen, auch die hohen Brennnesseln konnten die Springkrautausrupfer nicht abhalten. Es wurde gewitzelt, dass das durch die Brennnesseln hervorgerufen Kribbeln als Rheumaprophylaxe anzusehen sei. In Traundorf, Hammer, Siegsdorf, Vorauf, Molberting und Eisenärzt  wurde gerupft. Auf Grund des feuchten Bodens ließ sich das Springkraut sehr gut rausziehen und so konnten doch große Flächen bearbeitet werden. Auch die Kindergruppe hat fleißig in der Spitzau Springkraut ausgerissen und so zur Aktion beigetragen.

Auch die Sonne, die gnadenlos vom Himmel brannte, konnte die aktiven Siegsdorfer Springkrautgegner nicht von der zweiten Vernichtungsaktion abhalten! Das asiatische Springkraut, dass unsere einheimische Flora bedroht, soll eingedämmt werden. Der Gartenbauverein Siegsdorf versucht unter Mithilfe der Gemeinde gegen die weitere Verbreitung des asiatischen Springkrauts vorzugehen. Auch bei der 2. Aktion fand sich wieder eine Gruppe aktiver Springkrautgegner zusammen, die  der weiteren Ausbreitung  der unliebsamen Pflanze entgegenwirkte. Gemeinsam wurde losgezogen und in der Gruppe gegen den rosaroten Eindringling vorgegangen. Die Erfahrungen der ersten Aktion im Juni lehrten die Gegner, dass größerer Flächen effektiver mit einer Sense bearbeitet werden. So waren bei der zweiten Aktion Sensenmann und Sensenfrau aktiv und viele Pflanzen auf größeren Flächen mussten ihr Leben lassen! Neben der Sense kam auch eine scharfe Schaufel zum Einsatz, die vielen Springkrautpflanzen den sicheren Tod brachte! Aber auch den massenhaften einzelnen oder im Holz versteckten Pflanzen wurden von Hand der Garaus gemacht. Die Springkrautgegner wollen auch im nächsten Jahr weiter gegen den asiatischen Eindringling vorgehen und hoffen, in einigen Jahren Siegsdorf springkrautfrei zu bekommen. Gut für die Moral der Aktivisten ist zu wissen, dass auch andere Dörfer den Kampf aufgenommen haben! Auch beim Spazierengehen kann man hier und da Springkraut ausrupfen! Gemeinsam sind wir stark! Packen wir´s an und hoffen, dass noch viele andere mitmachen, so dass unsere einheimischen Pflanzen wieder eine Chance zu wachsen haben!

Frühjahrsversammlung

Im frühjahrmäßig geschmückten evangelischen Gemeindehaus fand die Frühjahrsversammlung des Gartenbauvereins Siegsdorf statt. Für die als „Eintrittskarten“verteilten Kartoffeln wurde dann empfohlen, diese in einem Kübel oder Gartensack anzubauen. Die genaue Gebrauchsanweisung wurde von der 1. Vorsitzenden mit geliefert.

Zur Einstimmung wurde der Baum des Jahres, der Wildapfel, die Blume des Jahres, das Leberblümchen und der Vogel des Jahres, die Bekassine vorgestellt. Dann ging es zum formalen Teil über, der Kassenbericht wurde verlesen und die Vorstandschaft durch die Kassenprüfer entlastet, denn wie immer war die Kasse tadellos geführt.

Wie in jedem Jahr wurde der Jahresrückblick mit Bildern aufgelockert. Das Gartenjahr 2012 begann mit der Versendung des Jahresprogramms, dem dann die Frühjahrsversammlung mit den Ehrungen folgte. Der jährliche Blumenerden- und Hühnermistverkauf  wurde von zahlreichen Mitgliedern angenommen. Die nächste größere Aktion war das Binden des Osterbrunnens, bei der der Gartenbauverein federführend war. Schön war, dass die Vorstandschaft Hilfe von Mitgliedern erhielt, so dass in einer gemeinschaftlichen Aktion an einem Nachmittag der Osterbrunnen gebunden werden und aufgerichtet wurden konnte. Am Ostermarkt war er dann ein beliebtes Fotoobjekt.

Das Sahnehäubchen setzte Petrus mit dem herrlichen Sommertag auf den Ausflug des Gartenbauvereins SIegsdorf  zur Roseninsel, die nun aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist. König Maximilian II. von Bayern ließ von Peter Joseph Lenné, einen der bedeutendsten Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts,  die Insel „Wörth“ im Starnbergersee ein „Gartenséparée“ zum ungestörten Aufenthalt der Königsfamilie planen und umsetzen. Auf die von der Fischerfamilie Kuglmüller für 3000 Gulden erworbene Insel wurde zunächst ein kleines Haus, das Casino, gebaut, das dann von Lenné von einem Garten umgeben wurde. Schmuckstück des Entwurfes war ein fliederumhegtes Rosenrondell, in dem etwa 2000 Rosen ihren Duft verströmten. Geschwungene Kieswege führten durch locker gepflanzte Baumgruppen zu Aussichtsstellen, die dem Spaziergänger herrliche Ausblicke über dem See in die umliegende Landschaft und auf die Bergrücken der Alpen eröffneten und dies heute auch wieder tun. Fische, die um die Insel fuhren konnten den Rosenduft bis auf ihre Boote riechen und so wurde aus der Insel Wörth die Roseninsel. Das sanft zum See hin abfallende Gelände östlich des Ortes Feldafing ließ Maximilian von Lenné in einen großen Park umwandeln, der immer wieder mit wunderbaren Sichtachsen auf den See überrascht. Für den Sohn Maximilians II., den Märchenkönig Ludwig II.,  wurde die verträumt-romantische Roseninsel einer seiner zahlreichen Zufluchtsorte, die nur ausgewählte Gäste besuchen durften. Hierzu gehörte die Zarin Maria Alexandrowna und natürlich Sisi, die Kaiserin Elisabeth von Österreich. Nach dem Tod Ludwig II. kümmerte sich niemand mehr um die Roseninsel und sie verfiel zusehens. 1956 erwarb der bayrische Staat den Park und die Roseninsel und versuchte sie wieder in einen ähnlichen Zustand zu bringen. Ein kleines Boot bringt die Besucher in wenigen Minuten zur Insel und zurück. Nach dem Ausflug in die Zeit des Märchenkönigs fuhren wir zum Kloster Andechs, wo wir auf Grund des herrlichen Wetter nicht ganz allein waren. Es gelang aber jedem eine Mittagsmahlzeit zu ergattern, damit wir dann gestärkt nach Dießen am Ammersee zur Baumschule Wörlein fahren konnten. Eine fachkundige Führung durch das riesige Gelände ließ die Herzen der Gartler höher schlagen. Es wurde uns gezeigt, wie man Rosen veredelt, was für viele doch eher neu war. Natürlich waren viele Geldbeutel leichter und der Bus voller bevor wir die Rückfahrt antraten. Alle waren sich einig, dass es ein herrlicher Tag war.

Im Ferienprogramm wurde eine von Herrn Bresina geführte Naturwanderung gemacht. An fast jedem Stein, Blume, Tier oder Baum wurde stehengeblieben und Herr Bresina wusste den Kindern so viel zu erzählen, dass die Zeit davon lief und der Rückweg nicht zu Fuß, sondern per Zug angetreten werden musste!

Star der Herbstversammlung, die im wiederum aufwändig geschmückten evangelischen Gemeindehaus stattfand, war Thoma Janschek, der mit seinem Vortrag über „Kindergarten“ die Zuhörer in Bann zog. Nach dem Vortrag wurde Thomas Janschek mit Fragen gelöchert, die er geduldig beantwortete. Eigentlich jeder nahm neue Ideen oder Anregungen mit nach Hause.

Auch der Pflanzentauschtag wurde gut angenommen und viele Blumen, die in Gärten zu groß geworden waren fanden den Weg in einen anderen Garten!

Die Kindergruppe hat sich mittlerweile gut etabliert. Mit großer Freude nehmen die Kinder am monatlichen Treffen teil und sind gespannt, was Irmi und Helga wieder mit ihnen vorhaben. Die kleinen Gartler bewirtschaften ein Stück Garten und freuen sich an der Ernte, die meist gleich während der Gruppenstunde verarbeitet und dann natürlich mit Genuss vernichtet wird!

Die große „Kindergruppe“ ist der Stammtisch, der sich am 1. Mittwoch im Monat trifft. Auch hier hat sich ein kleiner Kreis zusammengefunden, der die monatlichen Treffen genießt. Immer wieder finden sich neue Themen, über die diskutiert, nachgesonnen oder sich einfach nur unterhalten wird. Jeder ist herzlich willkommen. Gelacht wird viel!

Besonders zu erwähnen in der Jahresplanung ist die Aktion gegen das Springkraut, die der Gartenbauverein ins Leben rufen will. Am 8.6.2013 soll mit möglichst hoher Beteiligung aus der Bevölkerung versucht werden, möglichst viel Springkraut auszureißen oder abzuschneiden. Der Gartenbauverein hofft auf Unterstützung durch die Vereine, die Gemeinde hat ihre Hilfe schon signalisiert.

Der Höhepunkt des Abends war die Ehrung der 25-jährigen Mitglieder. Die 1. Vorsitzende  Dorothea Freund freut sich folgenden Mitgliedern eine Urkunde, die silberne Ehrennadel und eine Blume überreichen zu dürfen:

Hunklinger Maria, Kaiser Helga, Lautenbacher Hildegard, Popp Ingrid, Spiegelberger Hannelore, Steiner Elisabeth und Stumpfegger Anna.

Am Tag nach der Frühjahrsversammlung wartete der Blumenerden- und Hühnermistverkauf auf die Vorstandschaft. Leider war das Wetter dem Gartenbauverein nicht besonders positiv gesonnen, denn es regnete die ganze Zeit. Aber das konnte die Gartler nicht erschüttern, unverdrossen schleppten sie die Säcke zu den Autos der Mitglieder, die sich mit Erde und Mist eindeckten.