Frühjahrsversammlung

Im frühjahrshaft geschmückten evangelischen Gemeindehaus fand die   Mitgliederversammlung des Gartenbauvereins Siegsdorf statt. Nach der Begrüßung ging ein herzliches Dankeschön an die Firma Häusler, die wie jedes Jahr reichlich Blumen für den Schmuck gesponsert hat. Nach der Begrüßung führte die erste Vorsitzende, Dorothea Freund, einen bebilderten Jahresrückblick durch. Da die  Kassiererin Heidi Hauber kurzfristig erkrankt war, übernahm die erste Vorsitzende auch den Kassenbericht. Die Kassenprüfer lobten die ordentliche Führung der Kasse und baten die Versammlung um Entlastung der Vorstandschaft, was diese auch gewährte.

Der Gartenbauverein wurde im Jahr 1911 gegründet, dann verschwand er aber in den Kriegsjahren wieder und 1978 fand die Wiedergründung statt, somit ist der Verein heuer 40 Jahre alt. Allerdings steht es in den Sternen, ob der Verein weiter existieren wird, so Dorothea Freund. Im nächsten Jahr sind Neuwahlen und einige Mitglieder der Vorstandschaft werden nicht mehr kandidieren. Auch der Platz des ersten Vorstands ist zu besetzen, da Dorothea Freund, nachdem sie 20 Jahre erster Vorstand war, verdientermaßen aufhören möchte. Leider haben sich noch keine Kandidaten für die Neuwahl gefunden, so dass das Wort Vereinsauflösung im Raume steht. Vielleicht findet sich ja doch jemand, der an der Mitarbeit in der Vorstandschaft interessiert ist!

 Nach einem kurzen Ausblick auf die Aktivitäten für 2017 übergab Dorothea Freund der Referentin, Christa Weiß aus Obing, das Wort.  Unter dem Motto »Dirndlbirn und Hoirastaudn« berichtete sie, dass die Früchte der Wildsträucher zu Marmelade, Tee und Heilmitteln verarbeitet werden können. Die Dirndlbirn ist die Kornelkirsche, die das härteste Holz Europas hat und aus dem früher nicht nur Schusternägel, sondern auch Backenzähne hergestellt wurden. Vor allem reiche Leute ließen sich diese Backenzähne einsetzen. Aus den Früchten kann man Sirup oder Marmelade machen. Mit ihrem weitreichendem Wissen vor allem, wie sie früher genutzt wurden, begeisterte Christa Weiß die Zuhörer. Die Verwendung der Hoirastaudn (Holunders) von der Blüte bis zur Frucht sind hinreichend bekannt, aber das der Holler auch als Schutzstaude weiß nicht jeder.  Früchte von anderen Wildstauden wie Berberitze, Sanddorn, Aronia, Berberitze, Wildrose, Schlehe, Mispel, Felsenbirne oder Quitten sind zur Verarbeitung geeignet. Allerdings sollte man die Finger von Tollkirsche und Pfaffenhütchen lassen, da diese Früchte giftig sind.

Der Höhepunkt des Abends war die Ehrung der 25-jährigen Mitglieder. Wie die erste Vorsitzende mitteilte, wurde eine größere Anzahl Mitglieder bzgl. der Ehrung angeschrieben, wobei die meisten von einer Ehrung Abstand nahmen. Es folgte eine Ehrung in einem besonders kleinen Kreis – nachdem eine zu ehrende Person noch kurzfristig krankheitsbedingt absagte. Die erste Vorsitzende Dorothea Freund freute sich Fanny Dufter, Hans Kroschinski und Therese Wolf eine Urkunde, die silberne Ehrennadel und einen Blumenkorb überreichen zu dürfen.